4. Die Einzeltherapie bei Ihnen ist sehr intensiv, da Sie gezielt auf die einzelne Person eingehen können. Ihre Klienten können aber noch intensiver an sich und ihrem Stottern arbeiten, wenn sie gleichzeitig eine Stotterer-Selbsthilfegruppe besuchen.

5. Neue Sprech- und Verhaltensweisen sind schwer in den Alltag zu übertragen. Da ist es sinnvoll, einen Zwischenschritt im ‚Schonraum Selbsthilfegruppe‘ einzubauen. Rollenspiele mit mehreren Personen, Diskussionen, Vorträge vor Publikum – dies und vieles mehr – kann an den Gruppenabenden durchgeführt werden.

6. Stottern hat oft etwas mit fehlender Lockerheit zu tun. Lockerer werden Stotternde auch durch die Selbsthilfegruppe, weil sie sich dort wohler fühlen als in anderen Gruppen: „Hier macht mich das Stottern nicht zum Außenseiter, hier fällt das Sprechen leichter.“

7. Die Selbsthilfegruppe ist für viele ein ‚Freundeskreis stotternder Menschen‘. Hier findet man Freundinnen und Freunde, die einen mögen, die einem gut zuhören, die einen bewusst ausreden lassen und mit denen man sich auch mal privat treffen kann. Ein wichtiger Schritt aus der Isolation …

8. In-Vivo-Übungen sind oft durchzuführen, da sie in der Regel für den Therapieerfolg von großer Bedeutung sind. Da ist es gut, wenn man einen Partner in der Selbsthilfegruppe hat, mit dem man sich gelegentlich zu solchen Übungen trifft und mit dem man auch Telefontraining (vielleicht sogar vom Arbeitsplatz aus) durchführen kann.

9. Motivation und Zuversicht sind für den Therapieerfolg sehr wichtig! In der Selbsthilfegruppe gibt es viele Gelegenheiten, Erfolgserlebnisse zu sammeln. Man stellt fest, dass man viele Dinge kann, an die man sich bisher nicht herangewagt hat. Die Gruppe gibt positive Rückmeldungen, macht Mut für die nächsten Schritte im Alltag. Mut macht es natürlich auch, in der Gruppe Leute kennenzulernen, die ihr Stottern in den Griff bekommen haben.

10. Je mutiger Stotternde werden, desto größere Herausforderungen suchen sie! Da bietet die Stotterer-Selbsthilfe viele Möglichkeiten, z. B. bei Seminaren einen Sketch aufführen, auf dem Bundeskongress vor über 200 Leuten eine Rede halten, Teilnahme an Infoständen, einem Reporter ein Interview geben, in einem Videofilm mitspielen, Workshops leiten, im Vorstand mitarbeiten …

11. Wenn die Krankenkassen nicht mehr weiterzahlen, besteht die Gefahr, dass einiges vom Erreichten den alten Gewohnheiten wieder zum Opfer fällt. Hier ist die Selbsthilfegruppe eine wichtige Brücke zwischen Therapie und alleiniger Selbsthilfe. Ihr Klient steht nach der Therapie nicht alleine da, bekommt bei evtl. Rückfällen Hilfe und Aufmunterung durch andere Gruppenmitglieder. Das einmal Erlernte kann aufgefrischt und wieder eingeübt werden. Man hat kompetente Freunde, mit denen man über seine aktuellen Probleme sprechen kann. Kurz: Man kann den Therapieerfolg stabilisieren.

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